Flamenco, Flashmob und Freundschaften – Unsere Erasmus-Woche in Sevilla

Kultureller Austausch mit unserer Partnerschule in Sevilla (17. – 22.05.2026)

Sonntag

Im Rahmen unseres Erasmus-Projekts begann unsere Reise nach Sevilla am Stolberger Hauptbahnhof. Treffpunkt war um 10:40 Uhr, bevor unser Zug um 11:00 Uhr – mit nur fünf Minuten Verspätung – in Richtung Flughafen Düsseldorf abfuhr. Bereits dort stieg die Vorfreude auf die gemeinsame Zeit in Spanien spürbar.

Um 15:25 Uhr hob unser Flug schließlich ab. Nach etwa drei Stunden erreichten wir Sevilla, wo wir glücklicherweise sehr schnell unser Gepäck erhielten. Anschließend fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt. Nach einem etwa 15-minütigen Fußweg erreichten wir unsere Apartments, die uns allen auf Anhieb sehr gut gefielen und direkt für gute Stimmung sorgten.

Nachdem wir uns kurz eingerichtet hatten, kauften wir noch einige Lebensmittel für das Frühstück ein und machten anschließend unseren ersten Spaziergang durch Sevilla. Die beeindruckende Atmosphäre, die engen Gassen und das warme Wetter ließen die Müdigkeit der Anreise schnell vergessen. Zum Abschluss des Tages durfte natürlich auch das typisch spanische Essen nicht fehlen. Einige probierten verschiedene Tapas, während andere sich für andere spanische Spezialitäten entschieden. So endete unser erster Tag in Sevilla voller Vorfreude auf die kommenden Erlebnisse.

Montag

Am ersten vollständigen Tag in Sevilla erwartete uns ein abwechslungsreiches Programm. Neben dem Austausch mit den Schülern unserer spanischen Partnerschule stand auch die Erkundung der wunderschönen Stadt auf dem Plan.

Der Tag begann gegen 8:00 Uhr mit einem leckeren Frühstück in unseren modernen Apartments. Es gab unter anderem frische Brötchen vom Bäcker, verschiedene Obstsorten und Eier. Besonders das Obst war ein Highlight, denn die Wassermelonen und Orangen waren deutlich frischer und saftiger als die Früchte, die wir aus Deutschland kennen.

Anschließend fuhren wir mit dem Bus zur Partnerschule, die wir während unseres Aufenthalts regelmäßig besuchten. Dort wurden wir herzlich empfangen und lernten zunächst die Schule kennen. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, Fragen einer spanischen Schulklasse zu beantworten. Besonders beeindruckend war die medizinische Fachabteilung der Schule mit Krankenbetten, medizinischen Geräten, Übungspuppen und vielen weiteren Materialien. Auch die gemeinsame Pause bot Gelegenheit, beim Basketballspielen oder in Gesprächen erste Kontakte zu knüpfen.

Der Höhepunkt des Tages war jedoch unser gemeinsames Projekt, auf das wir uns bereits lange vorbereitet hatten. Nach einer kurzen Vorstellung unserer Schule und unseres Teams starteten wir mit einem Stationenlernen. In kleinen Gruppen stellten wir den spanischen Schülern verschiedene Aspekte der deutschen Musikkultur vor. Neben einer Informationspräsentation gab es gemeinsames Singen, Rätsel und ein Liedermemory. Alle hatten viel Spaß und arbeiteten engagiert mit. Zum Abschluss brachten wir unseren Austauschpartnern eine Choreografie zu deutschen Karnevalsliedern bei. Durch die gute Zusammenarbeit entstand schließlich ein gelungener gemeinsamer Tanz.

Nach diesem ereignisreichen Vormittag gingen wir gemeinsam essen. Bei Tapas und weiteren spanischen Spezialitäten konnten wir uns austauschen, unsere neuen Freundschaften vertiefen und eine entspannte Pause genießen. Am Nachmittag besuchten wir den Plaza de España. Im warmen Abendlicht und begleitet von Straßenmusik entstand eine ganz besondere Atmosphäre. Wir erkundeten den Platz, machten viele Erinnerungsfotos und präsentierten schließlich spontan unsere zuvor einstudierte Choreografie als kleinen Flashmob. Den gelungenen Tag ließen wir mit einem Spaziergang durch Sevilla ausklingen. Dabei entdeckten wir Parks, kleine Gassen und belebte Straßen und bekamen einen schönen Eindruck vom abendlichen Leben der Stadt. Vorbei an zahlreichen gut besuchten Restaurants und Bars kehrten wir schließlich zufrieden in unsere Apartments zurück.

Dienstag

Am Dienstag stand die Erkundung einiger der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sevillas auf dem Programm. Um 9:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Kathedrale von Sevilla, wo wir an einer spannenden und informativen Führung über die Dächer der Kathedrale teilnahmen. Während der etwa 90-minütigen Besichtigung erfuhren wir viel über die Geschichte, die beeindruckende Architektur und die Entwicklung der Stadt Sevilla. Anschließend besuchten wir die Iglesia Colegial del Divino Salvador. Dort konnten wir die prachtvolle Kirche eigenständig erkunden und ihre besondere Architektur sowie die kunstvolle Innenausstattung bewundern.

Nach dem Kirchenbesuch hatten wir Freizeit, die wir individuell nutzen konnten. Am Abend trafen wir uns um 19:00 Uhr gemeinsam mit unseren Lehrkräften in einer Flamenco-Bar. Dort genossen wir Getränke und erlebten eine beeindruckende Flamenco-Show, die uns die spanische Kultur auf eindrucksvolle Weise näherbrachte. Im Anschluss hatten wir bis 23:30 Uhr erneut Freizeit, sodass jede Gruppe den Tag auf ihre eigene Weise gemütlich ausklingen lassen konnte.

Mittwoch

Der Mittwoch begann wie die vorherigen Tage um 9:00 Uhr. Zunächst machten wir uns auf den Weg zur Nao Victoria, dem Nachbau eines historischen Segelschiffes. Bereits unterwegs erlebten wir ein besonderes Ereignis: Ein traditioneller Pilgerzug zog durch die Straßen Sevillas. Festlich geschmückte Wagen, Tiere und Musik sorgten für eine beeindruckende Atmosphäre und boten uns einen spannenden Einblick in die spanische Kultur. Auf der Nao Victoria erhielten wir interessante Einblicke in das Leben der Seefahrer vergangener Jahrhunderte. Besonders beeindruckend war es zu sehen, unter welchen Bedingungen die Besatzungen damals monatelang unterwegs waren.

Anschließend besuchten wir den Königspalast Alcázar. Die prachtvollen Räume, kunstvoll gestalteten Innenhöfe und die beeindruckende Architektur hinterließen bei uns einen bleibenden Eindruck. Besonders die weitläufigen Gärten gefielen uns sehr. Zwischen zahlreichen Pflanzen, Brunnen und frei herumlaufenden Pfauen, Enten und Papageien entstand eine außergewöhnliche Atmosphäre. Später besuchten wir den Mercado de Triana, einen traditionellen Markt mit zahlreichen Ständen, an denen regionale Spezialitäten, frische Lebensmittel und Getränke angeboten wurden. Am Nachmittag hatten wir noch etwas Freizeit, um Sevilla auf eigene Faust zu erkunden und den Tag entspannt zu genießen. Den Abend ließen wir schließlich gemeinsam in einem Restaurant unter den Setas de Sevilla ausklingen.

Donnerstag

Um 10:00 Uhr trafen wir uns erneut in der Partnerschule. Dort hielten die spanischen Schüler eine Präsentation über die mediterrane Ernährung. Dabei erfuhren wir viel über ihre gesundheitlichen Vorteile und ihre Bedeutung im Alltag. Anschließend durften wir Gazpacho, eine typisch spanische kalte Gemüsesuppe, probieren, die besonders an diesem warmen Tag sehr erfrischend war. Nach einer kurzen Pause ging das Programm um 13:45 Uhr weiter. Gemeinsam mit den spanischen Schülern lernten wir die Grundzüge der Sevillana, einem traditionellen Tanz aus Sevilla, kennen und erhielten weitere Einblicke in ihre Kultur und Traditionen. Diese gemeinsame Aktivität bereitete allen viel Freude und stärkte den Austausch.

Gegen 15:00 Uhr fuhren wir mit dem Bus zurück zu unseren Apartments. Den restlichen Nachmittag konnten wir frei gestalten und uns entspannen oder Sevilla noch einmal auf eigene Faust erkunden. Am Abend machten wir uns gemeinsam auf den Weg zu den Setas de Sevilla. Dort bewunderten wir die außergewöhnliche Architektur und genossen den beeindruckenden Ausblick über die Stadt bei Nacht. Anschließend gönnten wir uns noch ein Eis und ließen den letzten Abend in Sevilla gemütlich ausklingen.

Freitag

Am Freitag hieß es bereits Abschied nehmen. Gegen 7:40 Uhr verließen wir unsere Apartments und fuhren mit dem Bus zum Flughafen. Dort nutzten viele die Gelegenheit, noch letzte Souvenirs zu kaufen oder sich mit Verpflegung für die Heimreise einzudecken. Gegen 10:00 Uhr begann das Boarding. Der Flug verlief für alle ruhig und dauerte knapp drei Stunden. Nach der Landung in Amsterdam fuhren wir mit dem Zug weiter nach Heerlen. Dort endete schließlich unser Erasmus-Projekt. Mit vielen schönen Erinnerungen, neuen Freundschaften und zahlreichen Erfahrungen im Gepäck machten sich alle auf den Heimweg.

Text: J. Bock, Fotos: J. Bock, B. Birkelbach