Skyfall – Höhenflug bis zum Boden

Maker-AG Stratoschnüffler schickt Sonde Icarus fast 34 Kilometer hoch in die Stratosphäre

260619. Nach monatelanger Planung, Konstruktion, Programmierung und unzähligen Tests war es gestern endlich so weit: Die Maker-AG „Stratoschnüffler“ startete ihr bislang ehrgeizigstes Projekt „Skyfall – Höhenflug bis zum Boden“. Mit einem Wetterballon wurde die auf der Basis des Materials der Fa. Stratoflights selbst entwickelte Stratosphärensonde „Icarus“ auf eine Reise geschickt, die sie bis an die Grenze des Weltraums führen sollte.

Bereits um 9:41 Uhr hob Icarus ab – ausgestattet mit Kameras, Sensoren, Datenloggern, Trackern und jeder Menge Technik. Während die Sonde immer höher stieg, sammelte sie ununterbrochen Messdaten und beeindruckende Aufnahmen aus der Atmosphäre.

Fast im Weltall

Stück für Stück entfernte sich Icarus von der Erde, bis sie schließlich eine Höhe von unglaublichen 33.793 Metern erreichte. Dort oben herrschten Bedingungen, die kaum noch etwas mit dem Wetter am Boden gemeinsam haben: Die Außentemperatur sank auf eisige -55,4 °C, während der Luftdruck auf nur noch 8,4 hPa fiel – weniger als ein Hundertstel des normalen Luftdrucks auf Meereshöhe.

Doch wie jeder Ballon hatte auch unser Wetterballon irgendwann seine Grenzen erreicht. Gegen 12:10 Uhr platzte die riesige Hülle in großer Höhe. Was folgte, war ein spektakulärer Absturz mit Fallschirm – zumindest größtenteils. Erste Videoaufnahmen zeigen nämlich, dass die Sonde nach dem Platzen offenbar ins Trudeln geriet. Wer sich die Aufnahmen später anschaut, sollte daher vorsichtshalber keinen empfindlichen Magen haben.

Die Suche nach Icarus

Nach der Landung begann der vielleicht spannendste Teil des Tages: die Bergungsmission. Zwar lieferten die Tracker Hinweise auf den Standort, doch deren Daten ließen durchaus Raum für Interpretationen. So machte sich das Team gemeinsam auf die Suche nach der Sonde.

Schließlich wurde Icarus gegen 14:30 Uhr in Knickelsdorf bei Willich-Schiefbahn entdeckt – ein Ortsname, der fast so außergewöhnlich klingt wie die gesamte Mission.

Besonders erfreulich: Die Sonde konnte vollständig geborgen werden. Selbst die empfindliche Kameratechnik hatte den Flug überstanden. Vom Wetterballon blieb dagegen nur noch das Ventil übrig – was bei einer Reise in fast 34 Kilometern Höhe durchaus erwartbar war.

190 Gigabyte aus der Stratosphäre

Die Datenmenge, die Icarus mit zurückbrachte, ist beeindruckend. Allein die Kameras lieferten zusammen fast 190 Gigabyte an Foto- und Videomaterial.

Die 360°-Kamera zeichnete spektakuläre Bilder des Aufstiegs auf, musste aber offenbar irgendwann kurz nach dem Platzen des Ballons den extremen Bedingungen in der Stratosphäre Tribut zollen. Vermutlich sorgten die eisigen Temperaturen dafür, dass Kamera oder Stromversorgung ihren Dienst einstellten – vielleicht sollten wir beim nächsten Mal eine größere Powerbank mitschicken. Die zweite Kamera hielt dagegen die gesamte Mission durch und dokumentierte sowohl den Aufstieg als auch den turbulenten Rückflug.

Neben den Videos sammelten zahlreiche Sensoren Messwerte zu Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Lichtintensität und weiteren Umweltbedingungen. Der Datenlogger arbeitete zuverlässig – auch wenn das Team beim Testen offenbar vergaß, Datum und Uhrzeit einzustellen. Dank der bekannten Startzeit lassen sich die Daten dennoch problemlos auswerten.

Was kommt jetzt?

Mit der erfolgreichen Bergung beginnt nun die eigentliche wissenschaftliche Arbeit. Die Maker-AG wird die aufgezeichneten Daten analysieren, Diagramme erstellen und die spektakulären Bilder aus der Stratosphäre auswerten.

Schon jetzt steht jedoch fest: Skyfall war ein voller Erfolg. Die Stratoschnüffler haben nicht nur eine Sonde in die Stratosphäre geschickt, sondern auch gezeigt, was mit Teamarbeit, Kreativität und technischem Know-how möglich ist.

Ein besonderer Dank gilt allen Beteiligten sowie Herrn Niederschulte, der das Team bei der Suche und Bergung der Sonde tatkräftig unterstützt hat.

Oder um es mit den Worten der Mission zu sagen: Icarus ist hoch geflogen, abgestürzt – hat trotzdem überlebt und ist erfolgreich zurückgekehrt.

Diese Gelarie wird im Zuge der Bearbeitung des umfangreichen Datenmaterials mit weiteren, teils spektakulären Ansichten rund um das Projekt ergänzt.

Text. Dr. O., Fotos: AG Stratoschnüffler, M. Leuchter, L. Nagelschmidt, A. Flegler

Für die Finanzierung des Projekts konnten wir Sponsoren gewinnen, ohne die die Durchführung nicht möglich gewesen wäre. Wir bedanken uns recht herzlich bei: