Erasmus+ Projekt „Biodiversity meets music“

200920. Mit dem Ritzefeld-Gymnasium als koordinierende Schule haben Partnerschulen aus Griechenland, Italien, Lettland, Norwegen, Spanien und Deutschland eine multilaterale Partnerschaft initiiert und führen in den nächsten zwei Jahren gemeinsame Projekte und Schüleraustausche zum Thema „Biodiversity meets music“ durch, die durch Musik und Kunst auf den Wert der Biodiversität aufmerksam machen sollen. Ziele des Projekts sind die Sensibilisierung für die verschiedenen Formen der Biodiversität, die Veranschaulichung der internationalen Relevanz in verschiedenen Kontexten und die Entwicklung von Lösungen für Probleme im Zusammenhang mit dem Thema Biodiversität. Aufgrund geographischer, sozialer und kultureller Aspekte trägt jedes Land individuell und insbesondere zum Projekt bei.
Biodiversität ist für die Ökosystemleistungen und damit für das menschliche Wohlergehen essentiell. Deshalb wollen wir die vielfältigen Aspekte der Biodiversität und ihre Bedeutung für unser tägliches Leben im Rahmen eines internationalen Austausches untersuchen. Aufgrund lokaler oder regionaler Besonderheiten haben alle Partner unterschiedliche Ansichten zu diesem Thema, wodurch die Schülerinnen und Schüler die Erfahrung und das Bewusstsein für den Verlust der biologischen Vielfalt und eine durchdachte Reflexion ihres eigenen Handelns und seiner Auswirkungen erhalten. Während der zweijährigen Projektlaufzeit konzentrieren sich die Aktivitäten auf die folgenden Fragen: Was ist biologische Vielfalt? Welche Arten sind in meiner Umwelt bedroht? Welche Bedeutung hat die Artenvielfalt für den Menschen? Was sind die Ursachen des Artenverlustes? Was bedeutet die Entwicklung des Artenverlusts? Kann das Artensterben aufgehalten werden? Welche Ansätze zur Erhaltung oder zum Schutz der Biodiversität gibt es? Was kann ich dagegen tun? Wie kann ich dazu beitragen, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken? Die Fragen werden im geologischen, geographischen und politischen Kontext sowie in einer kulturellen Dimension behandelt, z.B. in Musik, Kunst oder Literatur. Die internationale Dimension des Projekts bezieht sich sowohl auf die UNESCO-Themen „Biodiversität“ als auch „Welterbe Erde“, da unterschiedliche Lebenskonzepte und Perspektiven auf die Abhängigkeit von der Biodiversität aus ökonomischer, ökologischer und kultureller Sicht untersucht werden. Die Biodiversität ist in allen Ländern Teil unterschiedlicher Lehrpläne; daher bietet das Projekt die Möglichkeit, in hohem Maße von seinen Ergebnissen und Produkten zu profitieren.
Im Detail werden unsere Schülerinnen und Schüler ihre Umwelt im Licht der Nachhaltigkeit analysieren, um die europäische und globale Bedeutung der Biodiversität zu erkennen. Das grundlegende Ziel ist es, die grenzüberschreitende, interdisziplinäre Bedeutung und die sich daraus ergebenden Konsequenzen und Herausforderungen für unsere tägliche Arbeit zu erkennen. Außerdem wollen wir uns mit Aspekten der ökonomischen Dimension der Biodiversität beschäftigen. Unsere Studierenden erweitern ihre Forschungs- und Präsentationsfähigkeiten, sie lernen, wie man Umfragen und andere Datenerhebungsmethoden plant, durchführt und analysiert. Darüber hinaus verbessern sie ihre fremdsprachlichen und interkulturellen Fähigkeiten. Die Aktivitäten während der Austauschsitzungen umfassen Besuche von Naturschutzgebieten, Forschungsinstituten und Naturschutzverbänden, wobei die Analyse des Artenverlustes, seine Gründe sowie die Dokumentation und Präsentation der Ergebnisse im Mittelpunkt stehen. Langfristig steigern sie damit ihr Verständnis für die Bedeutung der biologischen Vielfalt als Grundlage für ein nachhaltiges und soziales Leben und können in Zukunft die Auswirkungen ihres Handelns auf die Welt verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen treffen, wie im Brundtland-Bericht (1987) dargelegt.

Um das Bewusstsein für die vielfältigen Vorteile und Werte der Biodiversität zu schärfen und zu stärken, ist es notwendig, die „Herzen und Köpfe“ von Politikern, Managern, Bürgern, Wissenschaftlern und Interessenvertretern zu gewinnen, damit sie entsprechende gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen können. Musik kann dazu beitragen, einige der affektiven Komponenten der Umwelterziehung zu vermitteln – Emotionen, Werte und Motivationen, die ein umweltfreundliches Verhalten antreiben. Sie kann sowohl Inhalte als auch Emotionen transportieren, sie kann fesseln, unterhalten und ein Gemeinschaftsgefühl schaffen. Musik als universelle Sprache bringt Menschen zusammen, lässt sie tanzen und mitsingen, manchmal sogar weinen. Sie ebnet den Weg direkt in unsere Herzen und berauscht unsere Sinne. Daher beabsichtigen wir, Musik als Instrument der Umwelterziehung und -verteidigung einzusetzen. Darüber hinaus wird in diesem Projekt das Medium Film zur Dokumentation des Projekts sowie zur Unterstützung der Inhalte und Aussagen zum Artensterben durch bewegte Bilder eingesetzt.

Zu diesem Zweck beabsichtigen wir, dass unsere Schülerinnen und Schüler in Kursen über Film- und Tontechnik/Aufnahme grundlegende Fähigkeiten erwerben. Durch das Erlernen von Kompositionstechniken sollen sie in die Lage versetzt werden, eigene, von Naturklängen inspirierte Kompositionen zu schaffen. Gemeinsames Komponieren, Musizieren und die Berücksichtigung landestypischer Klänge werden auch die kulturelle Vielfalt betonen. In diesem Teil des Projekts erweitern unsere SchülerInnen ihre Präsentations- und Aufführungsfähigkeiten durch die Organisation von Veranstaltungen (z.B. Musikveranstaltungen), durch die Dokumentation des Projekts sowie durch die Kommunikation mit unseren Partnern (eTwinning, bei Treffen und Workshops). Als Projektabschluss ist ein gemeinsames Treffen mit allen Partnern geplant.

Das Ritzefeld-Gymnasium Stolberg, Deutschland, ist der koordinierende Partner.

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Ansprechpartner: Herr Horbach, Herr Bock, Herr Dr. Ostrowski