Unsere Weimarfahrt der Q2 vom 09.09.-11.09.2026
260916. Am Mittwoch machten sich die geschichtsinteressierten Schüler der Q2 mit dem Bus sowie Frau Bootsma und Herrn Mischlewitz auf den Weg nach Weimar, um dort in die Weimarer Kultur einzutauchen sowie dieser das Grauen des Nationalsozialismus gegenüberzustellen.
Nach einigen Pausen erreichten wir mit unserem Busfahrer Werner gegen Mittag unsere Jugendherberge „Maxim Gorki“, in der wir direkt unsere Zimmer beziehen konnten und uns für die Stadtführung frisch machen konnten.
Anschließend machten wir uns über den historischen Friedhof auf den Weg in die Innenstadt von Weimar. Der erste Stopp fand am Fürstengrab statt, dort liegen die Sarkophage von Goethe und Schiller. Der nächste Stopp war der Theaterplatz von Weimar. Hier entstand auch unser Gruppenfoto und die Stadtrallye der Schüler begann am historischen Theater, an dem die Nationalversammlung 1919 die Verfassung der Weimarer Republik verabschiedete.
Die Rallye führte neben kulturellen Highlights wie Goethes und Schillers Wohnhaus auch an historischen Fachwerkgebäuden und dem Marktplatz vorbei zum Park an der Ilm, den alle Schüler sich sofort auch für die Stadt Stolberg wünschten. Gemeinsam ließen wir in der Jugendherberge den Abend ausklingen.
Am Donnerstag haben wir uns dann nach dem Frühstück auf dem Weg in Richtung Ettersberg, auf dem das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald und die heutige Gedenkstätte liegt.
Nach dem Besuch des Krematoriums mit seinen Verbrennungsöfen wurde uns schnell klar, dass dieser Tag uns eine ganz dunkle Seite der Menschheit zeigen würde, ganz anders als am Tag zuvor. Ein Film im eigenen Kino unterstützte diese Aussage und die dort sprechenden Zeitzeugen ließen niemanden unberührt.
Anschließend erkundeten wir mit Audio-Guides das weitere Gelände wie z.B. den Bahnhof des Lagers, den „Caracho-Weg“, das Bärengehege im Zoo, welches zur Freizeitgestaltung der Wachmannschaften direkt am Lagerzaun angelegt wurde, die Bunkeranlage, in der Häftlinge Tage oder Wochen in Einzelhaft verbringen konnten, das Lagertor mit seiner Inschrift „Jedem das Seine“, der Appellplatz des Lagers, sowie die Überreste der schier endlosen Häftlingsbaracken. In der abschließenden Dauerausstellung waren viele Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus und viele Originalstücke der Häftlinge und Wachmannschaften ausgestellt, so dass man eine sehr gute Vorstellung vom Lagerleben bekommen konnte.
Auf dem Rückweg zur Jugendherberge haben wir auch noch am vom DDR-Regime errichteten Mahnmal für die Opfer Buchenwalds angehalten. Nach diesem spannenden Vor – und Nachmittag hatten wir bis zum Abend etwas Freizeit. Abends ging es dann für uns als Abschluss ins Gasthaus Felsenkeller, in dem wir gemeinsam das Erlebte des Tages besprechen, verarbeiten und diskutieren konnten.
Am Freitagmorgen ging es für uns mit gepackten Koffern und zunächst offenem Kofferraum in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt, wo wir die ehemalige Stasi-Haftanstalt in der Gedenkstätte Andreasstraße besuchten. Mehr als 5.000 Menschen wurden hier bis zum Ende der DDR aus politischen Gründen inhaftiert, zum Teil aufgrund von kleinsten Vergehen, wie negative Äußerungen über die Staatsführung oder das Beschmieren von Hauswänden. Nach dem Bau der Mauer waren Fluchtversuche der häufigste Grund für eine Inhaftierung. Nicht nur Berichte von Zeitzeugen, sondern auch auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichten im Stil einer Graphic Novel halfen uns beim Verstehen dieser Zeit. Zum Schluss besichtigten wir einen noch komplett erhaltenen Zellentrakt und konnten das beengte Leben der Insassen unter ständigem physischen wie psychischem Terror aus nächster Nähe nachvollziehen.
Nach der Führung hatten wir noch eine Stunde in Erfurt Aufenthalt und konnten uns bei einem Eis oder einer Thüringer Rostbratwurst die wirklich bezaubernde Altstadt Erfurts erkunden. Danach brachte uns Werner, unser Busfahrer, auf direktem Weg nach Hause.
An diesen drei Tagen konnten wir alle Geschichte hautnah erleben und nehmen viele positive und negative Eindrücke mit, die wir sicher ein Leben lang nicht vergessen werden.
Text: A. Mischlewitz, Fotos: Kursteilnehmer































