Wo Schule auf Geschichte trifft: Das Ritzefeld-Gymnasium und der Zinkhütter Hof gehen gemeinsame Wege

260609. Schulunterricht und Museumsbesuch – das klingt nach Pflichtprogramm. Am Ritzefeld-Gymnasium in Stolberg ist die Verbindung zum Museum Zinkhütter Hof längst mehr als das: Sie ist fester Bestandteil des schulischen Alltags und Ausdruck eines gemeinsamen Bildungsverständnisses, das weit über den Klassenraum hinausreicht.

Das Museum Zinkhütter Hof gehört zu den offiziellen Kooperationspartnern des Ritzefeld-Gymnasiums in der Region. Doch die Zusammenarbeit beschränkt sich nicht auf gelegentliche Ausflüge. Im Rahmen des Kunstunterrichts präsentiert die Schule die Ergebnisse ihrer Schüler regelmäßig in Ausstellungen im Museum Zinkhütter Hof – ein ungewöhnliches und bereicherndes Arrangement, das beiden Seiten nützt: Das Museum erhält frischen kreativen Wind, die Schüler erleben ihre eigenen Werke in einem professionellen, öffentlichkeitswirksamen Rahmen.

Das passt zum Selbstverständnis des Ritzefeld-Gymnasiums, das kulturelle Bildung als integralen Bestandteil seiner pädagogischen Arbeit begreift. Kulturelle Bildung fördert dort Eigenverantwortlichkeit, ist handlungsorientiert und fördert Kompetenzen wie kreatives und problemlösendes Denken, soziales Verhalten sowie Kommunikations- und Präsentationsfähigkeit. Die Fächer Kunst und Musik werden in der Sekundarstufe I durchgehend in allen Jahrgangsstufen unterrichtet.

Auf der anderen Seite des Kooperationsverhältnisses steht ein Museum mit klarem Bildungsauftrag. Der Zinkhütter Hof versteht sich ausdrücklich als außerschulischer Lernort für Jung und Alt und widmet sich als Museum für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der regionalen Geschichte Stolbergs und des Aachener Raums – mit Schwerpunkten auf der Messing-, Zink-, Nadel- und Mobilitätsgeschichte. Eigens ausgewiesene museumspädagogische Angebote richten sich sowohl an Grundschulen als auch an weiterführende Schulen wie das Ritzefeld-Gymnasium.

Dass Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht regelmäßig den Weg in die Ausstellungsräume des Zinkhütter Hofs finden, verdeutlicht, wie eng Schule und Museum in Stolberg miteinander verflochten sind. Für die Jugendlichen bedeutet das: Ihre bildnerischen Gestaltungen – entstanden in den Bereichen Malerei, Grafik, Plastik und Collage – werden nicht nur benotet, sondern auch der Öffentlichkeit gezeigt. Kaum ein stärkeres Signal, dass die eigene kreative Arbeit ernst genommen wird.

Darüber hinaus unternimmt das Ritzefeld-Gymnasium regelmäßig Exkursionen zu regionalen und überregionalen Museen, womit der Zinkhütter Hof als lokaler Partner eine besondere Nähe und Kontinuität genießt, die weit entfernte Einrichtungen naturgemäß nicht bieten können.

Die Partnerschaft zwischen Schule und Museum steht exemplarisch für ein Bildungsverständnis, das auf Vernetzung setzt: Das Ritzefeld-Gymnasium arbeitet auf verschiedensten Ebenen mit seinen Kooperationspartnern zusammen – von der Hochschule bis zum Betrieb, vom Sportverein bis eben zum Museum vor der Haustür. Dass dabei ein Haus wie der Zinkhütter Hof, das die Industriegeschichte der Kupferstadt bewahrt und vermittelt, eine besondere Rolle spielt, liegt in Stolberg nahe: Geschichte und Gegenwart liegen hier nah beieinander – und eine Schule, die das nutzt, gibt ihren Schülern etwas mit, das kein Lehrbuch ersetzen kann.

Link: Museum Zinkhütter Hof