Datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung am Ritzefeld-Gymnasium – Eine Bildungsreise in die Niederlande
260522. Wie können wir als Schule gezielter dafür sorgen, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen entfalten, faire Chancen erhalten und sich in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln? Eine vielversprechende Antwort lautet: durch einen selbstverständlichen, konstruktiven Umgang mit Daten.

Die Deutsche Telekom Stiftung hat im April 2026 gemeinsam mit Bildungspartnern aus mehreren Bundesländern die Niederlande besucht, um von einem der erfolgreichsten Bildungssysteme Europas zu lernen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung im Schulalltag gelingt. Aufgrund des besonderen Engagements des Ritzefeld-Gymnasiums in diesem Bereich war auch unser Schulleiter Dr. Uwe Bettscheider eingeladen – als einziger Schulvertreter neben den Delegationen aus den Schulministerien von Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie Vertreterinnen und Vertretern der Technischen Universität Dortmund, des Deutschen Instituts für Pädagogische Forschung (DIPF) und der Stiftung selbst. Die Reise führte nach Utrecht, Arnheim, Groenlo, Hengelo und Enschede, wo die Gruppe unter anderem die Nationale Bildungsinspektion, das nationale Testzentrum Cito sowie mehrere Schulen besuchte (siehe auch https://www.telekom-stiftung.de/storys/daten-und-dialog).
In den Niederlanden wird der Lernstand von Schülerinnen und Schülern systematisch erfasst, kontinuierlich beobachtet und als Grundlage für die Weiterentwicklung von Unterricht genutzt. Schulteams treffen sich regelmäßig, um gemeinsam auf Daten zu blicken, Hypothesen zu entwickeln und konkrete Maßnahmen abzuleiten – nicht um zu bewerten oder zu kontrollieren, sondern um besser zu werden. Wie es der Geschäftsführer der Telekom Stiftung, Jacob Chammon, treffend formulierte: „Data is not here to blame and shame – sondern eine Einladung zum gemeinsamen Lernen.“
Dieser Ansatz passt unmittelbar zu unseren drei strategischen Zielen:
Kompetenz und Leistung: Wer weiß, wo Lernende gerade stehen, kann Unterricht gezielter gestalten. Datengestützte Diagnostik ermöglicht es, Lernlücken frühzeitig zu erkennen und den Unterricht passgenau weiterzuentwickeln – im Fachteam, mit der Schulleitung und in der Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern selbst.
Chancengerechtigkeit: Daten machen Ungleichheiten sichtbar, die sonst leicht übersehen werden. Wenn wir systematisch hinschauen, können wir gezielt dort unterstützen, wo es am meisten gebraucht wird – unabhängig von Herkunft oder Vorerfahrungen.
Wohlbefinden und Persönlichkeitsentwicklung: In den Niederlanden gehören neben Leistungsdaten auch Erhebungen zum Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler zum festen Bestandteil der Schulentwicklung. Eine Schule, die auf das Wohlbefinden ihrer Schülerinnen und Schüler schaut, schafft bessere Voraussetzungen für Lernen und Wachsen.
Am Ritzefeld-Gymnasium verstehen wir datengestützte Schulentwicklung als Teil einer gemeinsamen Lernkultur: Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern schauen gemeinsam hin – konstruktiv, offen und mit dem Ziel, Schule jeden Tag ein kleines Stück besser zu machen.