2019 Kultour Weimar

Ein Bericht von L. Ostlender

26.09.2019. Treffpunkt 05:45 – alle sind da, nur der Bus fehlt. Keiner weiß etwas, auch Frau Ewen und Herr Schumann, der den Busfahrer schon am Vortag vergeblich versuchte telefonisch zu erreichen, sind ratlos. Aber vielleicht kommt der Bus ja noch… vielleicht steht er nur im Stau, oder hat die Uhrzeit missverstanden. Wir warten und warten, bis 07:00, noch 5 Minuten länger, 10 Minuten…   Nach anderthalb Stunden sind auch die letzten Hoffnungen aufgegeben. Enttäuscht machen wir ein erstes „letztes“ Gruppenbild und wollen gerade gehen, als der Bus um die Kurve rollt. Ein Wunder! Und tatsächlich erklärt uns der Busfahrer, er hätte spontan einspringen müssen und ihm sei eine falsche Uhrzeit genannt worden. Mit neuer Energie steigen wir aufgeregt und enthusiastisch ein – und schlafen erst mal. Als wir endlich in Weimar ankommen, begrüßt uns ein grauer Himmel. Aber immerhin regnet es nicht. Zumindest noch nicht. Denn nachdem wir unsere süßen kleinen Zimmer in der Jugendherberge „Maxim Gorki“ bezogen haben, geht es los in die Innenstadt. Geplant ist eine Stadtführung. Auf dem Marktplatz gibt es für viele aber erst einmal eine Stärkung: echte Thüringer Bratwurst. Danach teilen wir uns in zwei auffällig geschlechtergetrennte Gruppen auf und werden von je einem Führer bzw. einer Führerin durch die Kulturstadt Weimar geführt. Im Regen tauchen wir ein in die Welt von Goethe, Schiller und Bach. Abschließend machen wir einen Abstecher in die Geschichte des Bauhauses. Der restliche Tag steht bis zum Abendessen zur freien Verfügung und nach dem Essen lassen wir den Abend gemeinsam auf den Zimmern ausklingen – natürliche ganz ohne alkoholische Getränke.

27.09.2019. Der nächste Tag startet entspannt, alle sind mehr oder weniger ausgeschlafen, aber die Sonne scheint. Leider ist das Thema des Tages eher weniger schön, denn wir besuchen das Konzentrationslager Buchenwald. Nach dem Frühstück geht es mit dem Bus los. Ca. 2 km von dem Arbeitslager entfernt steigen wir aus. Das restliche Stück gehen wir zu Fuß entlang der sogenannten Zeitschneise. Aufgrund des regnerischen Wetters ist der Weg relativ anstrengend und die eine oder andere Hose bekommt ein paar Schlammspritzer ab. Trotzdem finden wir es sinnvoll und wichtig, auf diese Weise das Lager zu erreichen und nicht mit dem Bus wie beim Sightseeing angekarrt zu werden.  Im KZ angekommen ist die Stimmung gedrückt. Der Einstiegsfilm, in dem Überlebende berichten erklärt die Funktion des Lagers, das nicht als Vernichtungs- sonder Arbeitslager fungierte. Eine Führerin erzählt Geschichten, erklärt und beantwortet all unsere Fragen. Abschließend haben wir Zeit, das Museum zu besuchen.  Von dem Gesehenen erdrückt, steigen wir erschöpft in den Bus zurück. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Gedenkstätte Buchenwald, erreichen wir die Jugendherberge fast pünktlich zum Abendessen. Danach geht es noch einmal in die Stadt. Im Park lassen wir mit Eis, Musik und leckeren Getränken den Abend ausklingen bevor wir müde in unsere Betten fallen.

28.09.2019. Am nächsten Tag treten wir nach dem Frühstück die Heimreise an: Die Koffer sind gepackt und nach  kleinen Mülleimer- und Schlüsseldramen geht es los Richtung Wartburg. Nach gut einer Stunde haben wir unser Ziel erreicht und erklimmen die steilen Treppen nach oben. Das lohnt sich allein für die Aussicht. Nach einer kurzen Pause werden wir von einem netten Mann durch die „Waaartburg“ geführt. Im letzten Saal erzählt er uns, die Gymnasien der Umgebung würden hier jedes Jahr ihre Abibälle feiern und wir überlegen, kurzfristig umzuplanen. Nachdem die letzten Touri- und Gruppenfotos geschossen sind, geht es zurück zum Bus. Wir stehen zwar ein bisschen im Stau, aber die Fahrt vergeht  mit Musik und Spielen trotzdem wie im Fluge. Zurück in Stolberg erwarten uns die Eltern am AOK-Parkplatz.

Abschließend möchten wir Frau Ewen und Herrn Schumann für das tolle Wochenende danken. Vielen Dank auch an Layla,  die uns überall sicher hingebracht hat. Wir würden jederzeit wieder mitfahren – auch wenn wir nächstes Jahr leider schon zu groß sind.