Ein „Kugelmeer“ so groß wie die Aachener Innenstadt…

ICE Cube Master Class 2026 an der RWTH Aachen

260509. Früh morgens in den Osterferien, wenn eigentlich jeder normale Mensch am liebsten noch im Bett liegen würde, machten sich zwei Schülerinnen aus der 10B auf den Weg zur RWTH Aachen, um an der diesjährigen ICE-Cube Master Class teilzunehmen.

Nach ein paar Minuten des Herumirrens am Campus Melaten fanden sie doch noch das richtige orangefarbene Gebäude und wurden von zwei Doktoranden der „experimentellen“ Physik (d. h. Auswerten von Daten am PC – wirklich sehr experimentell) empfangen. Als dann um neun Uhr auch der letzte von vier Teilnehmern auftauchte, begann der Tag mit einer Einführung in die simplen Grundlagen der Teilchen- und Astroteilchenphysik.

Passend zu den rauchenden Köpfen der Teilnehmer nach diesem verständlichen Einblick bauten wir daraufhin eine Nebelkammer, um uns die Strahlung verschiedener Materialien anzuschauen. Dies diente dazu die Teilnehmer an den „Energieverlust“ bei Strahlungsabsonderung heranzuführen, um auf die Kernforschung des ICE-Cube-Projektes hinzudeuten: Die Neutrinos.

Kurz bevor es dann in die Mittagspause zum Essen ging, musste noch irgendwie das Trockeneis des Nebelkammerversuchs aufgelöst werden. Also sind alle kurzentschlossen nach draußen gegangen und das Eis wurde in heißes Wasser gelegt. Die Folge daraus war ein blubberndes Gemisch, dessen Blasen bei Kontakt wortwörtlich in Rauch aufgegangen sind. Sehr lustig das Ganze.

Nach der Mittagspause mit tollem Essen kam erstmal noch mehr Theorie. Diesmal kamen wir aber endlich zu den Neutrinos. Uns wurde erstmal erklärt, was ein Neutrino überhaupt ist – ein “Produkt” aus der positiven ß+ Strahlung – und wieso das Weltall so wichtig für das alles ist.

Natürlich hieß das Projekt “Ice Cube Master class”, also war auch für die Suche nach den Neutrinos die Antarktis wichtig. Hier haben wir die gigantische Konstruktion kennengelernt, mit welcher man die Neutrinos beobachten kann. Diese bestehen aus “Kugeln”, die untereinander und nebeneinander unter dem antarktischen Eis verlegt wurden. Natürlich sind das nicht normale Kugeln, sondern komplizierte Maschinen, die das besondere Licht aufnehmen können – wir durften sogar ein paar „in echt“ sehen! Besonders beeindruckend war die Größe dieser Konstruktion – sie ist so groß wie die ganze Innenstadt von Aachen!

Danach wurde erklärt, was alles untersucht wird beim antarktischen “IceCube Projekt” und einer Vielzahl an Unterprojekten. Danach durften wir die verschiedenen Arten von Neutrinos kennenlernen und wie man welche erkennt. Dazu durften wir auch ein paar Übungen machen. Was interessant war, dass uns am meisten die sogenannten “Astralneutrinos” interessierten, d.h. die Neutrinos, die wirklich vom Weltall kamen. Wusstet ihr, dass wir bis jetzt nur 28 bestätigte Astralneutrinos gesehen haben? Dabei haben sie ganz lustige Namen! Unsere Lieblingsnamen waren z. B. “Mr. Snuffleupagus” und auch “Pepe the King Prawn” – es gab aber viele weitere lustige Namen!

Anschließend durften wir noch mehr Theorie machen, indem wir geschaut haben, wie man mithilfe des Zufalls Neutrinoquellen entdeckt, was sehr interessant war, insbesondere wenn man sich für Naturwissenschaften und die Prozesse hinter den Erfindungen und Entdeckungen interessiert.

Ganz zum Schluss kam der Höhepunkt: Wir durften die Forscher, die in dem Moment am Südpol waren, per in einer Zoom Video-Konferenz befragen. Natürlich haben die auch erzählt, wie es so ist in der Antarktis, und uns die Base gezeigt, z.B. wo sie schlafen. Aber natürlich am spannendsten waren die Fragen! Es kamen seriöse Fragen wie z.B., was sie am meisten vermissten bis hin zu Fragen, wie oft sie baden durften! Man konnte wirklich jede Frage stellen, die man sich nur ausdenken konnte und man hatte überhaupt keine Angst, ausgelacht zu werden.

Für uns beide war es eine echt großartige Veranstaltung, bei der man echt nicht gelangweilt war und man jetzt gefühlt 3 Jahre für die Schule im Thema Teilchen- und Astrophysik vorgelernt hat. Der Workshop war sehr anspruchsvoll, aber wir würden es trotzdem jedem empfehlen, der wirklich Bock auf Physik hat oder sogar einfach Naturwissenschaften mag. Hier kann man tolle Erfahrung sammeln, wie es ist, ein echter Wissenschaftler zu sein!

Text/Fotos: A. Soroka, S. Schrade