Europatag-Feier der Oberstufe

„Die 129“ – für Menschen, die Spaß an der Debatte haben und auch bereit sind, der anderen Seite zuzuhören

260512. Auch dieses Jahr haben wir am „Ritze“ wieder den Europatag gefeiert – den Tag, an dem Frieden und die Einheit Europas gewürdigt und an die Schuman-Erklärung erinnert wird. Am 9. Mai 1950 stellte der damalige französische Außenminister seine Idee für eine neue Form der politischen Zusammenarbeit in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg vor. Die Umsetzung seiner Vorstellungen und die damit verbundene Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) war der erste Schritt in einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit. Die Gründungsmitglieder Frankreich, Deutschland, Niederlande, Italien, Belgien und Luxemburg legten damit den Grundstein für die Entwicklung hin zur Europäischen Union, wie wir sie heute kennen und die unseren Alltag prägt. Gerade in der Euregio, wo die Ideen der Europäischen Union – Frieden, das Pflegen gemeinsamer Werte, das europäische Miteinander, das Lösen gemeinsamer Herausforderungen, europäische Zusammenarbeit, Vielfalt – gelebte Realität sind, ist die europäische Integration stets sichtbar.

Die Europatag-Feier für die Stufen EF und Q1 lag in diesem Jahr komplett in den Händen unserer EU-Juniorbotschafter. Sumea B. und Marlya S. aus der Q1 haben die Veranstaltung geplant, vorbereitet und moderiert. Auf der Grundlage des TV-Formats „Die 100“ wurden die 129 Schüler der Oberstufe von den beiden Moderatorinnen mit unterschiedlichen Aussagen zur EU konfrontiert, zu denen sie sich aktiv positionieren (stimme voll zu bis stimme gar nicht zu) sollten. Die Sendung „Die 100“ ist ein Format für Menschen, „die Lust haben, ihre Meinung zu politischen Themen zu äußern, die Spaß an der Debatte haben und bereit sind, auch der anderen Seite zuzuhören“, so heißt es in der Beschreibung der Sendung. Weiter heißt es, dass alles getan werde, „damit eine interessante und offene Debatte entsteht“. Diese Idee bildete die Grundlage für unsere Europatagsfeier. Die sechs Themenblöcke Warm-up (Allgemeines), Gesellschaft und Werte in der EU, Wirtschaft und Alltag, Klima und Umwelt, Migration und Grenzen sowie Macht und Politik bildeten den konkreten Rahmen. Dabei dienten einige Fragen dazu, ein Meinungsbild der Oberstufenschüler darzustellen, andere Fragen wurden eingehender diskutiert. Dabei meldeten sich die Jugendlichen zu Wort, stellten ihre Positionen vor und bereicherten damit den sich entwickelnden Austausch. So wurde unsere Aula zu einem Ort der Kommunikation über die EU, was die Perspektiven der Schüler zu Streitfragen der Gemeinschaft erweitern konnte. Die Fragen/Aussagen reichten von „Die EU betrifft meinen Alltag stark“ und „Die EU sollte stärker gegen Länder vorgehen, die gegen Rechtsstaatlichkeit verstoßen“ über „Die EU soll mehr Einfluss auf Bildungspolitik haben“ bis hin zur Unternehmensbesteuerung in Europa oder der Frage, ob freier Handel wichtiger sei als Umweltschutz. Besonders bei den Schwerpunkten Wirtschaft, Klima und Umwelt kamen nach den Positionierungen zahlreiche Wortmeldungen und es wurde lebhaft diskutiert. Als Diskussionshilfen hatten die beiden Moderatorinnen Überblicke mit Argumenten vorbereitet, die von den Anwesenden dankbar aufgegriffen wurden. Nach 90 Minuten voller Nachdenken über die EU und debattieren endete die Veranstaltung mit einer kurzen Reflexion. Dabei zeigte sich, dass die Schüler der Oberstufe die Veranstaltung überwiegend sehr positiv wahrgenommen haben – ein klarer Verdienst der beiden EU-Juniorbotschafterinnen Sumea und Marlya. Vielen Dank für eure tolle Arbeit!

Insgesamt war es wieder eine gelungene Veranstaltung zur Würdigung der Errungenschaften der Europäischen Union.

Text und Fotos: D. Fischer