Schüler der Maker AG bauen Seismometer auf der Basis eines Raspberry Pi
260116. Im Rahmen eines innovativen Projekts haben Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 9 zwei Seismometer gebaut – und das auf Basis des beliebten Raspberry Pi-Einplatinencomputers.
Das Besondere an diesem Projekt: Es folgt dem Konzept des Citizen Science und stellt die erfassten Seismogramme in Echtzeit auf der international zugänglichen Plattform stationview.raspberryshake.org zur Verfügung. Damit tragen die Schüler aktiv zur weltweiten Sammlung von geophysikalischen Daten bei – und das auf eine völlig neue, spannende Weise.
Die Schüler der Maker AG haben sich mit der Herausforderung beschäftigt, zwei voll funktionstüchtige Seismometer zu entwickeln, die die Schwingungen der Erde mithilfe von Geophonen messen. Dabei wurde der Raspberry Pi als kostengünstige, aber leistungsfähige Plattform genutzt, um die Messwerte in Echtzeit zu erfassen und zu verarbeiten. Diese Seismometer sind in der Lage, kleinste Vibrationen der Erdoberfläche zu detektieren und die Daten sofort in Form von Seismogrammen an die Plattform stationview.raspberryshake.org zu streamen.
Durch den Einsatz des Raspberry Pi haben die Schüler nicht nur gelernt, wie seismische Messungen technisch funktionieren, sondern auch, wie man Software programmiert und Sensoren integriert. Das Ergebnis ist ein System, das weltweit zugänglich ist und jedem die Möglichkeit bietet, die erfassten Erschütterungen und Bewegungen der Erde am gewählten Standort in Echtzeit zu verfolgen.

Citizen Science – weltweit Daten teilen und verstehen
Was dieses Projekt besonders spannend macht, ist der Gedanke hinter Citizen Science – der Idee, dass jeder Einzelne durch die Bereitstellung von Messdaten zur globalen Forschung beiträgt. Indem die Seismogramme auf einer öffentlich zugänglichen Plattform veröffentlicht werden, leisten die Schüler einen wertvollen Beitrag zur wissenschaftlichen Gemeinschaft. Forscher auf der ganzen Welt können die Daten analysieren, Muster erkennen und so zur besseren Vorhersage von Erdbeben und geologischen Phänomenen beitragen.
Diese Form der Bürgerwissenschaft ermöglicht es, dass nicht nur Experten, sondern auch Interessierte weltweit auf einfache Weise an wissenschaftlicher Forschung teilhaben können. So wird ein Schulprojekt Teil eines weltweiten Netzwerks von Daten und Wissen, das von vielen genutzt wird.
Nachdem die Seismometer erfolgreich gebaut und getestet wurden, geht es nun darum, geeignete Aufstellorte zu finden, an denen die Geräte dauerhaft Messungen durchführen können. Dabei wird auf eine möglichst stabile, ungestörte Umgebung geachtet, um präzise und verlässliche Messwerte zu garantieren.
Die Schüler sind dabei nicht nur technisch gefordert, sondern auch in der praktischen Umsetzung des Projekts – von der Auswahl der geeigneten Standorte bis hin zur sicheren Montage, den erforderlichen Anpassungen der Seismometer und nicht zuletzt auch der Öffentlichkeitsarbeit.
Ein Blick in die Zukunft
Mit diesem Projekt haben die Schüler nicht nur ihre technischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt, sondern auch ein wertvolles Verständnis für die Bedeutung von wissenschaftlicher Forschung und die Rolle von Citizen Science entwickelt. Schon in naher Zukunft werden die Seismometer einen Beitrag zur globalen Datensammlung leisten – und jeder von uns kann daran teilhaben.
Wir sind stolz auf das Engagement der Maker AG, bedanken uns beim Freundes- und Förderkreis des Ritzefeld-Gymnasiums für die finanzielle Unterstützung und freuen uns darauf, die Entwicklung des Projekts weiter zu verfolgen. Die ersten Daten werden schon bald online einsehbar sein – wir dürfen gespannt sein, welche geophysikalischen Phänomene die AG noch entdeckt!
Bleibt dran – das Abenteuer Seismologie hat gerade erst begonnen!





