Vom Lötkolben zum leuchtenden WLAN-Messgerät

IT4Teens-Workshop im Makerspace der FH Aachen

260505. Stell dir vor, du baust ein Gerät, das dir per Smartphone die aktuelle Temperatur, den Luftdruck und die Luftfeuchtigkeit anzeigt — und dabei auch noch in der passenden Farbe leuchtet. Klingt nach Science-Fiction? Für unsere Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 war es schlicht eine Challange, die es zu bewältigen galt — dank des IT4Teens-Projekts und zweier intensiver Projekttage im Makerspace der Fachhochschule Aachen jedoch kein Problem!

Am 4. und 5. Mai machte sich die Projektgruppe mit Herrn Gutsche und Dr. O. auf in den Makerspace des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik der FH Aachen, um dort den sogenannten „Wetterstein“ zu bauen: eine selbst zusammengelötete, selbst programmierte Wetterstation — kompakt, WLAN-fähig und mit bunter RGB-LED ausgestattet. Kurz gesagt: alles, was man braucht, um beim nächsten Familienfrühstück professionell das Wetter zu kommentieren.

Tag 1 – Löten & Bauen (Platine bestücken, THT-Löttechnik, RGB-LED, Sensoren, OLED-Display, 3D-Druck-Gehäuse)

Tag eins stand ganz im Zeichen von Lötkolben und Platinen. Die Teilnehmenden lernten die sogenannte THT-Löttechnik kennen und bestückten ihre Platinen mit Widerständen, Kondensatoren, einem Sensor und einem winzigen OLED-Display. Wer bislang dachte, Löten sei nur etwas für Profis in weißen Kitteln — wurde eines Besseren belehrt. Mit etwas Geduld (und gelegentlichem Pusten auf heiße Finger) saß am Ende (fast) jedes Bauteil dort, wo es hingehörte.

Tag 2: Programmieren (ESP-Microcontroller mit C programmieren, Sensordaten auslesen, Webserver einrichten)

Am zweiten Tag wurde die Sache dann richtig interessant: Die ESP-Microcontroller warteten auf ihre Befehle. In der Programmiersprache C lernten die Jugendlichen, wie man Sensordaten abgreift, auf einem Display ausgibt und über einen Webserver verfügbar macht — sodass die selbstgebaute Wetterstation live mit dem Smartphone abgefragt werden kann. Wem das noch nicht reichte, durfte auch die Farbwechsel der RGB-LED eigenhändig programmieren: Blau für Regen, Gelb für Sonne, Rot für „die Heizung ist zu hoch aufgedreht“. Hier war Kreativität ausdrücklich erwünscht.

Das Ergebnis: WLAN-fähige Wetterstationen, live per Smartphone abrufbar, mit individuell programmierbarer Farbanzeige!

Neben dem technischen Können nahmen die Schüler noch etwas anderes mit: einen echten Blick hinter die Kulissen eines Informatik-Studiums. Denn genau das ist das Ziel von IT4Teens — einem gemeinsamen Projekt von FH und RWTH Aachen, IT4Kids und der StädteRegion Aachen. Die Initiative baut eine Bildungskette für Jugendliche von der 5. bis zur 10. Klasse auf und öffnet Türen in eine Welt, die weit mehr ist als nur Tippen auf einer Tastatur.

Unser Fazit: Zwei Tage, ein selbst gebautes Gerät, eine Programmiersprache kennengelernt. Wer sagt, Informatik sei trocken, hat noch keinen leuchtenden Wetterstein in der Hand gehalten. Besten Dank an Christoph, Nico und das ganze Team für die kompetente Betreuung in entspannter Atmosphäre!