Erinnern, entdecken, gestalten…

Anne Frank Tag 2026 am Ritzefeld-Gymnasium 

260612. Auch in diesem Jahr haben die neunten Klassen des Ritzefeld-Gymnasiums sich einen ganzen Tag lang mit Anne Frank beschäftigt und erhielten die Möglichkeit, sich mit ihrem Leben, ihrer Familie, ihrem Schreiben und ihrem Fühlen sowie der Geschichte des Holocaust, der sie und ihre Familie zu Verfolgten machte, intensiv auseinanderzusetzen und sich so der wichtigen Bedeutung von Erinnerungskultur bewusst zu werden.

Der Tag begann mit einem gemeinsamen Auftakt in der Aula, wo alle Klassen die sehr gelungene und einfühlsame Dokumentation „Das kurze Leben der Anne Frank“ des Anne Frank Hauses anschauten. Anhand von Zitaten aus ihrem Tagebuch, bewegenden Familienfotos und historischen Filmaufnahmen wurde das Schicksal Anne Franks und ihrer Familie eindrucksvoll nachvollziehbar. Gleichzeitig vermittelte der Film wichtige Einblicke in die Zeit des Nationalsozialismus, die Verfolgung jüdischer Menschen und die Folgen des Zweiten Weltkriegs.

Anschließend erkundeten die Schüler an vier verschiedenen Stationen unterschiedliche Aspekte des Themas. An einer Informationsstation erfuhren sie mehr über Anne Franks Schwester Margot und das Leben anderer Verfolgter in den Niederlanden wie etwa der Gruppe der Sinti und Roma. Kreativ wurde es bei der Gestaltung von Collagen und Handlettering-Arbeiten: Hier setzten sich die Jugendlichen mit Anne Franks Charakter, ihren Gedanken und Hoffnungen auseinander. An der Medienstation konnten die Klassen mithilfe eines digitalen Rundgangs das Versteck der Familie Frank erkunden, was sie als einen ganz besonderen Einblick empfanden, und sie recherchierten, wie heute digital an Anne Frank und die Opfer des Holocausts erinnert wird. Eine besondere Perspektive eröffnete die Stadtrallye: Auf den Spuren der Stolpersteine im Steinweg suchten die Schüler nach lokalen Erinnerungsorten und kamen mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch. Dabei zeigte sich, wie unterschiedlich das Wissen über Anne Frank und die Geschichte jüdischen Lebens in Stolberg heute ist.

Zum Abschluss wurden die Ergebnisse der einzelnen Stationen präsentiert, Eindrücke ausgetauscht und die Erfahrungen des Tages gemeinsam reflektiert. Die entstandenen Arbeiten werden nun in einer kleinen Ausstellung der Schulgemeinde zugänglich gemacht und laden dazu ein, die Auseinandersetzung mit dem Thema weiterzuführen.

Am Anne Frank Tag wurde noch einmal deutlich, dass Erinnerung nicht nur etwas mit der Vergangenheit zu tun hat. Er regt dazu an, über Ausgrenzung, Menschenrechte, Demokratie und Zivilcourage nachzudenken – Themen, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

Text: L. Caelers, Fotos: L. Caelers, A. Hager